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Die Blattlaus (auch Aphidina) ist ein saugendes Insekt und gehört zu der Gruppe der Pflanzenläuse (Sternorrhyncha). Die Spuren dieser ausgesprochen erfolgreichen Gruppe gehen über 280 Millionen Jahre zurück. Circa 800 verschiedene Arten von Blattläusen sind in Mitteleuropa heimisch - weltweit sind einige Tausend Arten bekannt. | ![]() |
![]() | Blattläuse ernähren sich überwiegend von kohlenhydratreichen Pflanzensäften. Um ihren Eiweißbedarf zu decken, müssen sie sehr viel mehr Kohlenhydrate (Zucker) aufnehmen als benötigt wird. Darum scheiden sie große Mengen zuckerhaltigen Exkrement (Honigtau) über den After wieder aus. Dies lockt diverse andere Insekten und Wirbeltiere an. |
Zu den bedeutensten natürlichen Feinden zählen der 7-Punkt Marienkäfer, die Schwebfliege, die Gallmücke und die Florfliege. Marienkäfer und ihre Larven sind sehr effektive Blattlausfresser. Jeder Käfer vertilgt in seinem Larvenleben und Erwachsenendasein mehrere tausend Blattläuse - eine stolze Zahl. Aber auch unzählige Larven anderer Insekten, Spinnen und sogar einige Vögel ernähren sich von Blattläusen. Erstaunlich | ![]() |
Die Blattläuse gehören systematisch zum Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda), der Klasse der Insekten, Unterklasse der Fluginsekten (Pterygota), Ordung der Schnabelkerfe (Hemiptera), Unterordnung der Gleichflügler (Homoptera), Taxon der Pflanzenläuse (Stenorrhyncha). Bei ein und derselben Art existieren unterschiedliche Erscheinungsformen (Morphen), so dass die Tiere aufeinander folgender Generationen sich in ihrem Aussehen und in ihrer Biologie vollständig voneinander unterscheiden können. | |
![]() | Die zwischen 1 bis maximal 7 Millimeter kleinen Tiere sind in der Regel flach bis oval. Alle Arten sind mit stechend-saugenden Mundwerkzeugen ausgestattet und besitzen 6 Beine und ein Fühlerpaar. Am Hinterteil besitzt die Blattlaus zwei röhrenartige Ausstülpungen (Siphonen), durch welche sie ein klebriges Abwehrsekret ausscheidet, sobald sie von einem ihrer zahlreichen Feinde angegriffen wird. Das Sekret enthält zusätzlich ein Alarmpheromon, welches Blattläusen derselben Art die Anwesenheit von Feinden signalisiert. Ein Großteil der Arten können Flügel ausbilden, welche je nach Generation derselben Art widerum fehlen können. Die Körper sind meist grün, können aber auch gelblich, bräunlich und sogar rot oder schwarz gefärbt sein. |
Die Antennen sind von unterschiedlicher Form und Länge, meist jedoch lang, mit maximal 6 Segmenten. Sie setzten sich aus 2 kurzen dicken Grundgliedern und 1-4 fadenförmige Geißelglieder zusammen. Die Beine sind lang und dünn, Sprungbeine kommen im Gegensatz zu anderen Artverwandten nicht vor. Meist tragen sie 2-gliedrige Tarsen mit 2 Krallen. | |
Ähnlich wie die Wanzen sind auch die Blattläuse durch stechend-saugende Mundwerkzeuge gekennzeichnet, mit denen sie die Pflanzen anzapfen um sich vom Pflanzensaft zu ernähren. Der Saugrüssel besteht aus einer Reihe von Stechborsten, die durch die umgewandelten Mandibeln und 1. Maxillen gebildet werden. Diese Stechborsten liegen in einer Führungsrinne, welche durch das Labium gebildet wird. | ![]() |
![]() | Die meisten Blattläuse entwickeln keine Flügel, doch bei Nahrungsmangel oder Generationswechsel können die Nachkommen individuell Flügel ausbilden, was ihnen die Umsiedelung auf andere Pflanzen erleichtert. Sind Flügel vorhanden, handelt es sich um zwei häutige Flügelpaare mit indirekter Flugmuskulatur. Die Flügeladerung ist unterschiedlich stark reduziert. Die Tiere können kleinere Strecken fliegen, sind in ihrem Flug aber nicht sehr geschickt. |
Die Vermehrung erfolgt entweder durch Eiablage (40-100 pro Weibchen) oder durch Lebendgeburten. Dieser Wechsel zwischen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Vermehrung nennt man Heterogonie. Zu Beginn einer Population im Frühjahr wachsen in der Regel nur ungeschlechtliche Tiere heran. Die ungeschlechtliche Vermehrung (parthenogenetische Fortpflanzung) hat den Vorteil, dass die Populationsgröße schnell aufgebaut werden kann. Dabei entstehen pro Tag bis zu fünf lebende Klone die genetisch identisch mit der Mutter sind. (rechte Abbildung) | ![]() |
Je nach Klimazone oder Generationswechsel entstehen zum Sommerende Geschlechtstiere, deren Weibchen Eier ablegen, welche in Mitteleuropa die Überwinterung darstellen. Hierbei werden nur relativ wenige Nachkommen erzeugt. Mit einem Generationswechsel entstehen gelegentlich geflügelte Populationen, welche in der Lage sind, weite Strecken zu neuen Wirtspflanzen fliegend zu überwinden. | |
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