Blattlausbefall | Garten-Links
Blattläuse bekämpfen
Mit Blattlausbefall ist vor allem im Frühjahr zu rechnen, jedoch sollte man das ganze Jahr über seine Pflanzen genau beobachten. Vor allem an den Blattunterseiten und an den Knospen halten sich diese kleinen meist grünlichen Sauger auf. Bei Blattlausbefall ist es besonders wichtig, frühzeitig zu handeln und nicht erst dann, wenn sich die Blattläuse schon 100.000-fach vermehrt haben. Es gibt verschiedene Mittel gegen Blattläuse und Möglichkeiten dem Blattlausbefall sogar vorzubeugen.
Natürliche Feinde
Blattläuse werden verspeist von Marienkäfern und deren Larven, Schwebfliegenlarven, Florfliegen und deren Larven, Schlupfwespenlarven, Blattlausfliege, Raupenfliegen, Raubwanzen, Laufkäfern, Raubkäfern, Weichkäfern, Glühwürmchenlarven, Spinnen und Vögeln. Marienkäfer und ihre Larven sind sehr effektive Blattlausfresser. Jeder Käfer vertilgt in seinem Larvenleben und Erwachsenendasein mehrere tausend Blattläuse - eine stolze Zahl.
Tipp: Marienkäfer und Florfliegenlarven sind als Blattlausfresser so populär, dass sie extra gezüchtet und als Eier oder Larven im Handel verkauft werden. Auch diverse Kräuterpflanzen vertreiben einzelne Blattlausarten: Das Bohnenkraut hält die schwarze Blattlaus ab und Lavendel die Rosenblattlaus. Gelegentlich wirken auch Salbei, Thymian, Ysop oder Borretsch.
Nützling-Infos: Marienkäfer | Florfliege | Gallmücke | Schlupfwespe | Blumenwanze
Achtung: Ameisen, Wespen, Hornissen, Hummeln, andere Insekten und selbst einige Wirbeltiere nutzen den von den Blattläusen ausgeschiedenen Honigtau als Nahrungsquelle. Ameisen unterstützen Blattläuse sogar bei der Verbreitung (Symbiose zwischen Blattlaus und Ameise). Aus diesem Grund sollte gleichzeitig auch der Ameisenbefall bekämpft werden!
Hausmittel
Als Hausmittel zur Bekämpfung von Blattläusen soll insbesondere das Besprühen mit seifigen Lösungen, Brennessel-Sud und Niemkern-Extrakten einen besonders schnellen und guten Erfolg erzielen. Verbreitet sind Seifenlösungen aus Schmierseife ohne synthetische Inhaltsstoffe (z.B. 100g Kernseife auf 2 Liter Wasser) mit Zugabe von z.B. Tabak-Sud, Spiritus, Kochsalz und sogar Chili und Knoblauch.
- Bei leichtem Befall ohne Schaden genügt oftmals schon das Abspritzen der befallenen Stellen mit einem harten Wasserstrahl.
- Bei mittlerem Befall empfielt sich ein Kilogramm frische Brennesseln mindestens 24 Stunden lang auf 5-10 Liter Wasser einweichen und unverdünnt spritzen. Auch Wurmfarn soll bei dieser Anwendung die Blattläuse bekämpfen.
- Einfacher herzustellen ist eine Seifenlösung aus 100g Schmier/Kern-Seife auf 2 Litern Wasser plus 150ml Spiritus. Als Alternative zum Niem eignen sich ebenfalls so genannte Waschnüsse. Das Erdreich ist unbedingt abzudecken und nur die Blattunterseiten zu besprühen.
- Fast genauso wirkungsvoll und dabei verträglicher als Seifenlauge ist der Tabaksud. Einfach Tabak aus ein paar Zigaretten in einer alten Pfanne solange aufkochen, bis ein Sud entsteht. Die ausgekochten Tabakreste mit einem Tuch herausfiltern und das braune, stark nach Tabak riechende Wasser abfüllen und anschließend unverdünnt auf die Blattunterseiten sprühen.
- Bei stärkerem Befall hat sich ebenfalls die Verwendung von Niem/Neem-Präparaten als wirkungsvoll erwiesen. Extrakte des Niembaums sind rein biologischen Ursprungs und haben eine breitgefächerte Wirkung auf eine Vielzahl von Schädlingen, ohne Nützlinge zu gefährden. Niem-Präparate sind aus den Samen des Niembaums leicht selbst herzustellen oder sie geifen auf fertige, im Handel erhältliche Präparate zurück.
Achtung: Bei allen Seifenlösungen sowie der Zugabe von Spiritus oder Salzen nur die Blätter besprühen, das Erdreich ggf. abdecken und direkte Sonne kurz nach der Behandlung unbedingt vermeiden!
Blattlaus-Vorbeugung
Warme und trockene Luft vermeiden, höhere Luftfeuchtigkeit anstreben.
Blattlausweibchen bringen ohne vorherige Paarung millionenfach Nachkommen zur Welt. Besonders warmes und trockenes Wetter im Frühjahr ermuntert die Blattlausweibchen, ihre Population explosionsartig zu vergrößern. Wer diversen Nützlingen gute Lebensbedingungen schafft oder den ungebetenen Gästen mit selbst hergestelltem Pflanzensud zu Leibe rückt, kann die Läuseplage zumindest eindämmen. Doch haben sich Blattläuse erst einmal richtig eingenistet, können natürliche Mittel nicht mehr viel ausrichten.
Insektizide: Mittel gegen Blattläuse
Man unterscheidet zwischen Ködermitteln, Kontaktgiften, Atemgiften, Fraßgiften und systematisch wirkenden Mitteln. Systematische Mittel werden von der Pflanze über die Wurzeln -Gießen- oder über die Blätter -Sprühen- aufgenommen und gelangen somit durch den Saftstrom in das und die Triebe, um dadurch dann in den Organismus der beißenden und saugenden Schädlinge zu kommen. Entscheidend ist, dass die Dosierungs- und Anwendungsvorschriften peinlich genau eingehalten und beachtet werden. Auch auf eine entsprechende Schutzkleidung ist zu achten, zumindest sollte unbedingt ein Mundschutz getragen werden. Auf gar keinen Fall darf man bei Wind und in der größten Mittagshitze spritzen. Zusammenfassend muss noch einmal betont werden, dass man sorgfältig und sparsam mit Pflanzenschutzmitteln umgehen und in jedem Fall die Packungsbeilagen genauestens befolgen muss.
Bei den nachstehend vorgestellten Mitteln handelt es sich um die gängigsten Präparaten, die im Handel angeboten werden.
- Parexan: Dieses Mittel ist aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt. Die Wirkstoffe werden aus den Blütenköpfen einer Chrysanthemenart gewonnen. Wirkung gegen saugende und beißende Insekten aller Art. Schnelle Anfangswirkung, aber nur kurze Wirkungsdauer.
- Unden flüssig: Wirkung gegen saugende und beißende Insekten, kann auch gegen Obstmaden verwendet werden. (bienenschädlich!)
- Ekamet: Sehr gute Wirkung gegen Blattläuse, Blattsauger, Sägewespen und verschiedene Raupenarten an Obstbäumen. Bewährtes Präparat gegen verschiedene Raupen an Weiß- und Rotkohl sowie Wirsing. (bienenschädlich!)
- Metasystox R: Spezielles Mittel gegen Blutläuse, Blattläuse aller Art, Sitkafichtenlaus und Fichtenröhrenlaus, wirksam auch gegen Spinnmilben. Wirkt systematisch, d.h. es wird in Leitungsbahnen der Pflanzen transportiert, dringt rasch in die Pflanzen ein, anhaltende Wirkung. (bienenschädlich!)
- Unden Staub: Gegen Blattläuse oder Raupen, die örtlich begrenzt auftreten, auch gegen Erdflöhe und Ameisen. Stäubemittel ist sofort einsetzbar. (bienenschädlich!)
- Folidol-Öl: Nur zur Austriebsspritzung gegen die an Obstbäumen überwinternden Schädlinge wie Blattläuse, Blattsauger, Blutlaus, Schildläuse, Raupen usw.
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